Mit Farbkübeln und Alu-Fässern

Jahreskonzert des Tambourenvereins Fürstenland-Gossau im Fürstenlandsaal

Der Tambourenverein Fürstenland-Gossau präsentierte einerseits traditionelle Märsche, andererseits begeisterte er das Publikum mit ausgefallenen Perkussions-Stücken auf Farbkübeln, Kunststoffröhren und Aluminiumfässern.

 

RALPH A. OTTINGER

Präsentator Walter Angehrn und Präsident Kurt Züblin kündigten zu Beginn des Jahreskonzertes den Tambourenverein Fürstenland-Gossau an, der - in historischer roter Uniform steckend - ein abwechslungsreiches Programm präsentieren werde. Bekleidung und Programm seien speziell für den Auftritt am Eidgenössischen Tambourenfest in Sierre ausgesucht worden. Unter der Leitung von Markus Fisch und Roman Lombriser wurde das Jahreskonzert eröffnet. Das Gesamtkorps mit den Clairons spielte zuerst eindrucksvoll «Domy», dann wirbelten die Tambouren allein «Happy Landing», und auch das Claironkorps zeigte sein rhythmisches Können.
Die Nummer «Slapstick» mit Schwarzlichteffekten und zusätzlichen Perkussionsinstrumenten wurde auf Wunsch des Publikums wiederholt und mit «Semillante» überzeugte das Gesamtkorps am Schluss des ersten konventionell-seriösen Konzertteils.
 

Begabter Nachwuchs

Im zweiten Programmteil traten die Nachwuchstambouren unter der Leitung von Kurt Güttinger, Jürg Heim und Roman Lombriser auf die Bühne. Anfänger wie Fortgeschrittene gaben dabei Einblick in den Aufbau ihrer Kurse. Sie trommelten Übungen und Märsche, und begeisterten das Publikum mit ihrem präzisen Spiel - kein leichtes, denn Perkussion in der Gruppe verlangt einiges an Koordination.
 

Jugendmusik als Gast

Gewissermassen als Intermezzo wirkte die Jugendmusik der Bürgermusik Gossau mit, die ab Juni «Stadtmusik Gossau» heissen wird. Ihr Leiter Andreas Koller hatte mit den jungen Musikantinnen und Musikanten Marschmusik, Swing und Rock einstudiert. Geschickt arrangierte Stücke, die sie einerseits durchaus forderten, sie aber andererseits technisch (fast) nicht überforderten. Die jungen Musiker spielten erstaunlich differenziert und dynamisch, und das Publikum forderte auch hier mit tösendem Applaus eine Zugabe heraus.
 

Verrückte Ideen

Roman Lombriser, der nicht nur ein anerkannter Tambour-Komponist, sondern auch ein höchst origineller Perkussions-Spezialist ist, schuf für den Tambourenverein Fürstenland-Gossau einige Werke, die nur noch am Rande mit Trommeln und Pauken zu tun hatten: Eine Nummer mit Farbkübeln aus Plastik, Aluminiumfässern, Brettern, Schutzhelmen, Spenglerei-Utensilien, Fasnachtshämmerchen und Kunststoffrollen. Alles, was geeignet war, einen Ton herzugeben, eignete sich hier zum Trommeln: «Das Boot», «Röhren-Samba» und «Hammers?» hiessen die ungewöhnlichen Stücke. Und diese witzige Veranstaltung wurde gar noch überaus geistreich choreografiert. Sie bereitete dem Publikum natürlich so grossen Spass, dass eine Wiederholung von «Hammers?» nicht ausbleiben konnte.
 

Zurück zur Tradition

Im letzten Teil kehrte dann der Tambourenverein Fürstenland-Gossau zur Tradition zurück, und beendete - diesmal mit moderner Uniform bekleidet - als Gesamtkorps das abwechslungsreiche Konzert mit «Gladiateurs» und «Caravelas». Aber auch jetzt begehrte das Publikum eine Zugabe zu hören, und so gesellten sich denn zum Finale noch die fortgeschrittenen Jungtambouren dazu.